LARP (Live-Rollenspiel)

Flaschenhusse

Flasche mit Husse Eine Flaschenhusse, also ein Stoffbeutel für Getränkeflaschen, ist eine kostengünstige und einfache Variante seine Getränke unauffällig zu verwahren.
So verpackte PET-Flaschen sind leichter als Keramik- oder Glasgefäße und können beim Transport nicht kaputt gehen. Man kann sie mitnehmen wie eine Feldflasche. Dabei ist das Getränk, ob Wasser, Saft oder Cola, geschmacksneutral verwahrt und ihr erspart euch umständliches Umfüllen.

Flasche ohne Husse Vielleicht nicht ganz so mittelalterlich wie die Feldflasche aus wachsgehärtetem Leder, so können damit doch die immer wieder herumstehenden "hässlichen" modernen Flaschen mit minimalem Aufwand verhindert werden. Auch in der Taverne erstandene Flaschen verschwinden schnell in ihrer Hülle.

Matarial

Die Stoffauswahl ist beliebig. Aus optischen Gründen würde ich ungefärbtes Leinen vorschlagen, wie ich es verwendet habe, oder Leinen in beliebiger Farbe. Natürlich könnt ihr auch Wolle, Baumwolle oder rustikal wirkende Kunstfaser benutzen. Da nicht so viel Stoff benötigt wird kann man hier durchaus Resteverwertung betreiben.

Stoffzuschnitt

Messt nun den Umfang der Flasche aus, welche ihr einhüllen wollt. Wollt ihr gleich mehrere Hüllen herstellen und nicht jedes Mal neu ausmessen, nehmt das größte Flaschenmodell. Zählt ca. 3-5 mm zur Sicherheit hinzu. Dann benötigt ihr noch die Höhe der Flasche. Die Oberkannte für die Hülle sollte unterhalb der Flaschenöffnung liegen, so dass ihr noch Platz habt eure Lippen zum Trinken anzusetzen, aber die Hülle auch gut festbinden könnt. Bei meinen PET-Flaschen war dies direkt unter einem erweiterten Reif unterhalb der Flaschenöffnung. Zur Höhe müsst ihr ca. 2 - 2,5 cm hinzurechnen für die Durchführung der Schnur. Unten, rechts und links kommen nun noch 1,5 cm Nahtzugabe hinzu und ihr könnt euer Quadrat mit der Höhe und dem Flaschenumfang als Breite auf das Stoffstück übertragen.

Der Boden ist ein Kreis mit dem Durchmesser bzw. Radius eurer Vorlagenfasche und natürlich wiederum 1,5 cm Nahtzugabe. Ob ihr euch eine Schablone aus Papier oder Pappe macht, bleibt euch überlassen. Je nach Flasche könnt ihr den Durchmesser entweder ausmessen und mit Zirkel oder Lineal auf den Stoff oder die Vorlage übertragen. Oder ihr umfahrt die Flasche direkt mit einem Stift oder Schneiderkreide.


A: Flaschenumfang
B: Höhe der Flasche
C: Höhe der Schnurdurchführung

Im Prinzip handelt es sich also um das Schnittmuster eines einfachen Beutels mit kreisrundem Boden, als welchen ihr eure Flaschenhusse natürlich auch verwenden könnt.

Nähen

Das quadratische Stück wird nun an den Kanten, welche ihr als Höhe der Flasche ausgemessen habt, zu einem Schlauch zusammen genäht. Ein vorheriges Säumen der Ränder gegen Ausfransen lohnt normaler Weise nicht.
Leichter näht ihr, wenn ihr den Stoff vorher mit Stecknadeln fixiert habt. Genäht wird grundsätzlich so, dass die Stofffläche, welche später nach innen im Beutel weisen wird, außen liegt.
Am Anfang und am Ende jeder Naht solltet ihr entweder einmal kurz zurück und wieder vor nähen oder den Nähmaschinenfuß einmal kurz zurücksetzen und wieder vor nähen, damit die Nahtenden nicht aufgehen.

Flaschenhusse Innenseite Nun wird der Boden auf gleiche Weise festgesteckt und angenäht. Falls der Kreisumfang und der Umfang der Stoffröhre nicht genau übereinstimmen, könnt ihr versuchen dies durch geschicktes Setzen der Stecknadeln auszugleichen, so dass keine große Falte beim Nähen entsteht, sondern sich diese Unstimmigkeit über dem Umfang ausgleicht.

Schnurdurchzug Der freie Rand des Stoffbeutels, welcher nun entstanden ist, wird um etwa 1,5 cm nach außen umgeschlagen. Der freie Rand des umgeschlagenen Teils wird wiederum um 0,5 cm nach innen eingeschlagen. 2 mm oberhalb des unteren Umschlags näht ihr den Rand jetzt rundherum fest.
Es entsteht der Durchzug für die Schnur, welcher allerdings noch an der Stelle, an welcher die Stoffröhre zusammen genäht wurde, verschlossen ist.

Schnurdurchzug

Trennstelle für Schnurdurchzug Ihr könnt euren Beutel jetzt auf die richtige Seite wenden.
Mit einer spitzen Schere müsst ihr die Naht durchtrennen, welche die Stoffröhre auf der Länge des oberen Schnurdurchzugs auf der Außenseite miteinander verbindet. Auf dem Bild seht ihr genau diese Stelle. Hier können später die Schnüre heraustreten.
Damit sich die gerade durchschnittene Naht nicht weiter über den oberen Rand hinaus auftrennt, setzt ihr 2 mm unterhalb der oberen Beutelkante einige Stiche jeweils zweimal hin und zurück.

Nachdem der Beutel fertig gestellt ist, geht es ans Hindurchfädeln der Schnüre. Ich habe hierfür einfach Paketschnüre genommen.
Einfacher geht das Hindurchfädeln mit Hilfe einer Sicherheitsnadel. An einem Schnurende befestigt, schiebt man diese durch den Stoffdurchzug.
Ausfransende Schnüre solltet ihr mit einem Knoten versehen. Alternativ könnt ihr die Schnurenden nach dem Hindurchfädeln in flüssiges Wachs tauchen.

Flaschenhusse Die Flaschenhusse ist nun fertig.

Für eine noch schönere Optik habe ich mir gebrauchte Flaschenkorken zurechtgeschnitzt und damit die Schraubverschlüsse der Flaschen ersetzt. Allerdings sind diese natürlich durchlässiger als die Originalverschlüsse insofern, als das z.B. kohlensäurehaltige Getränke schneller fad werden.

Viel Spaß beim Nachbauen.

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